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Hainan-Rattenigel

Die Hainan-Rattenigeln wurde erstmals 1959 beschrieben und lange Zeit der Gattung Hylomys zugeordnet, doch genetische Untersuchungen haben bestätigt, dass sie eine eigene Gattung, Neohylomys, verdient.
Taxonomie
| Königreich: | Tiere |
| Stamm: | Chordata |
| Klasse: | Säugetiere |
| Ordnung: | Eulipotyphla |
| Familie: | Erinaceidae |
| Unterfamilie: | Galericinae |
| Gattung: | Neohylomys |
| Spezies: | Neohylomys hainanensis |
Kein „echter“ Igel
Der Hainan-Rattenigel ist mit Igeln verwandt und teilt mit ihnen Merkmale wie Nachtaktivität, Insektenfresser und einen ausgeprägten Geruchssinn. Dennoch fehlen ihm Stacheln, er kann sich nicht zum Schutz einrollen und hat stattdessen ein weiches Fell. Seine längliche Schnauze, seine scheuen Bewegungen und die Ähnlichkeit mit Spitzmäusen unterscheiden ihn deutlich von Stacheligeln, obwohl er ein enger evolutionärer Verwandter bleibt.
Natürliches Verbreitungsgebiet und Lebensraum
Diese Art kommt ausschließlich auf der chinesischen Insel Hainan vor und wurde kürzlich auch in Nordvietnam entdeckt. Sie bewohnt tropische Trocken- und Bergwälder, darunter fragmentierte und Sekundärwälder, oft in der Nähe von Bächen, Buschland und Geröll- oder Totholzbeständen. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über niedrige bis hohe Lagen der Insel, doch der Verlust ihres Lebensraums bedroht ihr begrenztes Habitat.
Körperliche Merkmale
Mit einer Körperlänge zwischen 12 und 14,7 cm und einem relativ langen Schwanz (etwa 3,6 bis 4,3 cm, rund 30 % der Körperlänge) wiegt es zwischen 50 und 70 g. Sein Fell ist rotbraun mit einem deutlichen schwarzen Rückenstreifen und hellerer Unterseite. Schwanz, Ohren und Füße sind fast unbehaart, und die Schnauze ist lang und flexibel – Merkmale, die es ihm ermöglichen, im Boden und in der Waldstreu zu wühlen.
Verhalten und Lebensstil
Diese vorwiegend nacht- oder dämmerungsaktive Rattenigel sucht ihre Nahrung am Waldboden und nutzt tagsüber Erdbauten oder dichtes Unterholz als Unterschlupf. Früher nahm man an, sie lebe unterirdisch, doch aktuelle Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Erdbauten eher als Schutz denn als Nahrungsquelle dienen. Sie verlässt sich nicht auf Stacheln, sondern auf Schnelligkeit, Geruchssinn und Heimlichkeit, um Fressfeinden zu entkommen.
Kommunikation
Es fehlen zwar noch Details, aber wie verwandte Arten nutzt es wahrscheinlich Duftmarkierungen und möglicherweise leise Laute zur Kommunikation. Sein ausgeprägter Geruchssinn eignet sich vermutlich sowohl zur Revierabgrenzung als auch zur Orientierung in seiner Umgebung.
Ernährung in freier Wildbahn
Es ernährt sich hauptsächlich von Insekten und Regenwürmern und nutzt seine bewegliche Schnauze, um die Laubstreu zu durchsuchen. Seine ökologische Rolle ist wahrscheinlich die eines bodenlebenden Insektenfressers, obwohl die genauen Nahrungsquellen noch nicht erforscht sind.
Fortpflanzung und Lebenszyklus
Es ist wenig bekannt. Erkenntnisse über verwandte Rattenigel-Arten deuten auf eine geringe Wurfgröße bei Nesthockern hin, jedoch sind Details zur Brutzeit und zum Lebenszyklus noch nicht dokumentiert.
Bedrohungen und Erhaltungsstatus
Der Hainan-Rattenigel gilt aufgrund seines extrem begrenzten Verbreitungsgebiets und des massiven Lebensraumverlusts durch Abholzung und landwirtschaftliche Nutzung als gefährdet. Es liegen keine Populationsschätzungen vor, und der Schutz seines Lebensraums ist dringend erforderlich.
Diese Art in Gefangenschaft
Es gibt keine bekannten Aufzeichnungen über Hainan-Rattenigel in Gefangenschaft. Aufgrund ihrer Seltenheit, ihrer scheuen Lebensweise und ihrer spezifischen Lebensraumansprüche ist eine Haltung in Gefangenschaft nicht möglich. Der Schutz muss sich daher auf den Erhalt in ihrem natürlichen Lebensraum konzentrieren.
